Das Kasperltheater der UNESCO

Neben der Sorge, wie sich im Laufe des Tages der Versuch der Dignité Al –Karame doch noch die Gaza Blockade zu durchbrechen entwickeln  würde, brachte mich heute in der Früh ein Artikel zum Nachdenken, der in allen englischsprachigen online Zeitungen aus Israel zu lesen war: der Titel „UNESCO against the Jews“. http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4097506,00.html

Die Dignité ist mittlerweile in Ashdod angekommen, die „Reisenden“  haben sich die Befragungen durch die Immigrationsbehörden hinter sich und können nun wählen, ob sie unmittelbar nach der Befragung auf dem Luftweg in ihr Heimatland zurückkehren wollen, oder ob sie im Land bleiben möchten, bis sie innerhalb von 72 Stunden einem Richter vorgestellt werden.  An Bord befanden sich, nach Aussage des Marinesprechers, keine Waffen, aber auch keine humanitären Hilfsgüter.

Much ado about nothing? Na ja, so ganz dann doch nicht. Immerhin ist es einigen Teilnehmern der Flotilla II gelungen, für einige Stunden in den Schlagzeilen zu sein und genau das zu erreichen, was ihr Ziel war: die klar angekündigte Reaktion auf eine sinnlose Provokation.

Hoffentlich ist der Spuk damit vorbei. Die Grenze von Gaza nach Ägypten ist offen und wie intensiv der Warentransport zwischen Israel und Gaza verläuft, kann nachgelesen werden. Täglich auf www.maannews.net (palästinensische online Zeitung aus Gaza, sehr empfehlenswert) und mindestens einmal pro Monat auf der englischen Homepage der IDF http://www.idf.il/1086-12394-EN/Dover.aspx

Bevor ich auf den eingangs angesprochenen Artikel zurückkomme, möchte ich noch einige Zahlen der aktuellen Befragung in Gaza und dem WJL anführen.  Ich habe diese Zahlen dem Blog Lizas Welt entnommen, den ich auch nur wärmstens empfehlen kann. http://lizaswelt.net/ und kopiere sie ohne weitere Kommentare hier ein:

  • 61 Prozent der Palästinenser lehnen eine Zweistaatenlösung, wie sie Barack Obama kürzlich angeregt hat, ab; lediglich 34 Prozent sind mit dem Vorschlag des amerikanischen Präsidenten einverstanden.
  • 66 Prozent sind der Ansicht, dass es das eigentliche Ziel der Palästinenser sein müsse, mit einer Zweistaatenlösung zu beginnen, dann aber dazu überzugehen, einen einzigen, ausschließlich palästinensischen Staat zu schaffen.
  • 64 Prozent begrüßen Mahmud Abbas’ Vorhaben, vor der Uno einseitig einen palästinensischen Staat auszurufen (57 Prozent sind es in der Westbank, 79 Prozent im Gazastreifen).
  • 92 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Jerusalem ausschließlich die Hauptstadt eines Staates Palästina sein soll. (Ein Prozent findet, es möge nur die Kapitale Israels sein, drei Prozent sähen es gerne als Hauptstadt beider Staaten, und vier Prozent möchten, dass Jerusalem eine neutrale, internationale Stadt wird.)
  • 72 Prozent glauben, dass es keine mehrtausendjährige jüdische Geschichte in Jerusalem gibt.
  • 62 Prozent befürworten es, israelische Soldaten zu entführen und als Geiseln zu nehmen.
  • 53 Prozent halten es für eine gute Idee, palästinensischen Schülern antijüdische Hasslieder beizubringen.
  • 73 Prozent stimmen mit einem auch in der Charta der Hamas zu findenden Hadith überein, in dem es heißt: „Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“
  • 80 Prozent schließen sich einem weiteren Auszug aus der Charta der Hamas an, demzufolge es der Bataillone aus der arabischen und islamischen Welt bedarf, um die Juden zu besiegen.

Die Ergebnisse sprechen leider für sich.

Ich möchte allerdings hier nur auf die 72% eingehen, die glauben, dass es keine mehrtausendjährige Geschichte in Jerusalem gibt, und damit den Bogen zu dem zuvor erwähnten Artikel schlagen.

Seit Jahren werden wir konfrontiert mit muslimischen Interventionen bei der UNESCO, von denen ich anfangs glaubte, sie seien nichts Anderes als lästige Nadelstiche. Doch mittlerweile haben sich diese Nadelstiche in kräftige Hiebe verwandelt..

1.    In welche Stadt ging Jesus, um kurz vor seinem Tod das Pessach Fest zu feiern?

Ich denke, wir sind uns einig, dass er nach Jerusalem ging. Wenn wir uns noch auf sein Todesjahr 33 C.E. einigen, dann haben wir klargestellt, dass zumindest vor 1978 Jahren, Jerusalem die Hauptstadt der Juden war und dort der Tempel stand. In Tat und Wahrheit ist das nur die halbe Wahrheit. Ca. im Jahr 1000 B.C.E. gründete König David dort die erste Königsstadt  des gesamten Reiches Israel.  Wer Zweifel hat, dass Daten, Orte und Personen in irgendeinem Zusammenhang stehen, dem empfehle ich einen Blick in die Weihnachtsliederbibliothek: „Es ist ein Ros‘ entsprungen…. von Jesse war die Art“ (Jesse war der Urgroßvater von David) und das Evangelium nach Lukas „Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger“. Die Quellen sind vielfältig, dass Jerusalem seit ca. 3000 Jahren eine jüdische Stadt und mit wenigen Unterbrüchen, auch die jüdische Hauptstadt  ist. Im Jahr 2009 erklärte die UNESCO Jerusalem zu einem “capital of Arab culture” http://en.wikipedia.org/wiki/Arab_Capital_of_Culture

und protestierte gemeinsam mit der PA und anderen arabischen Institutionen gegen die „israelische Besatzung des Heiligen Jerusalem“. Hochinteressant ist in diesem Zusammenhang, dass Jerusalem oder al-Quds im Koran kein einziges Mal erwähnt wird! Im Zusammenhang mit der Nachtreise Mohammeds wird nur von  „einer fernen Kultstätte“ gesprochen.

2.    Gibt es einen historischen Zusammenhang zwischen dem Land Israel und dem Judentum?

Auch wenn die UNESCO sich bemüht, diesen Zusammenhang zu leugnen und die jüdische Geschichte in dieser Region als: „…unbedeutenden, kurzen Aufenthalt einiger arroganter Landnehmer…“ ansieht, die Tatsachen erzählen eine andere Geschichte. Wo immer man in Israel mit einer Ausgrabung beginnt, oftmals, nachdem man zufällig beim Straßenbau auf interessante Spuren gestoßen ist, wird man fündig. Ob es uralte Siedlungen sind, Synagogen, Grabkammern, landwirtschaftliche Anlagen, der Untergrund gibt langsam seine Geheimnisse preis.

Derzeit heiß diskutiert sind die Ausgrabungen am Tempelberg und in der Davidstadt.

Leider gingen sowohl die jordanischen, als auch die ägyptischen und syrischen Besetzer zwischen 1948 und 1967 nicht sonderlich schonend mit historischen Funden um, so dass in den Gebieten des heutigen Westjordanlandes, Gazastreifens und Golan Vieles endgültig zerstört wurde. Dennoch, es gibt Belege in Hülle und Fülle. Münzen, deren Prägedatum Rückschlüsse auf die  jeweiligen Regentenn zulassen, die Rollen von Qumran  werden zurückdatiert auf den Zeitraum von 250 B.C.E. bis 125 C.E. Josephus Flavius (ca. 37 – 100 C.E.) beschreibt so detailliert die jüdischen Kriege, als wäre der Leser anwesend gewesen bei den Schlachten um Massada und Gamla.

3.    Jüdisches Grabmal oder Moschee?

Dank der intensivierten Zusammenarbeit zwischen der UNESCO und ihrem islamischen Pendant, der ISESCO http://www.eslam.de/begriffe/i/isesco.htm gelang es, historisch nachweisbar jüdische Stätten in Moscheen zu verwandeln. So wurde im Jahr 2010 Rahels Grab an der Straße zwischen Bethlehem und Jerusalem zur Moschee „Bilal ibn Rabah“ erklärt, ebenso wie das Grab der Patriarchen in Hebron. 

Das Grab Rahels wird bereits in Gen. 35,19 erwähnt.  Rahel, eine der vier Stammmütter war die Lieblingsfrau Jakobs und die Mutter von Benjamin und Josef, Bilal ibn Rabah hingegen war einer der engsten Freunde Mohammeds und verstarb um 640 C.E.

In der Höhle Machpela in Hebron sind die Stammväter Abraham, Isaak und Yaacov, sowie ihre Frauen Sarah, Rebekka und Lea beigesetzt. Auch dieser Ort wird bereits in Gen. 23,19 erwähnt und fand in die Bücher Josephus Flavius Eingang. So wie fast alle Orte im heutigen Israel erlebte auch die Machpela Höhle wechselnde Besitzer. Zunächst um christliche und jüdische Pilger zu trennen und später auch, um den Moslems einen eigenen Bereich zu geben, wurde das seit Herodes bestehende Gebäude über der eigentlichen Höhle zwischen dem 6. Und 10. Jhdt. immer wieder ergänzt und erweitert. Mal errichteten die Kreuzfahrer an dieser Stelle ein Kloster, mal erkläre Sultan Saladin es zur Moschee, bis im Jahr 1967 das Gebiet von den Israelis zurückerobert wurde. Heute steht das Grab der Patriarchen sowohl Juden, als auch Moslems offen. Die Verwaltung liegt bei der islamischen Waqf (ebenso wie die des Tempelberges – ein freiwilliges Zugeständnis  Moshe Dayans 1967). Entsprechend der sehr angespannten Situation in der Gegend um Hebron ist der Zugang allerdings nur nach Absprache mit den Sicherheitskräften möglich

.

Abschließend noch ein Hinweis: Mohammed wurde ca. 570 in Mekka geboren und verstarb 632 in Medina. Im Jahr 610 soll ihm der Erzengel Gabriel erschienen sein und ihm den Koran offenbart haben. 638 entstand eine erste Moschee auf dem Tempelberg, die al-Aqsa Moschee wurde 705 fertiggestellt. In diesem Jahr lag die Zerstörung des zweiten Tempels durch die Römer (nachzulesen bei Flavius) 635 Jahre zurück….

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