Und die Karawane zieht weiter …

Die Karawane der Gutmenschen, die davon überzeugt sind, das Richtige zu tun.

In früheren Zeiten wanderten durch unser Gebiet die Karawanen auf ihrem Weg von West nach Ost:  die Seidenstraße verband Innerasien und China mit Europa, die Gewürzstraße verband die Arabische Halbinsel mit Kleinasien.  Die „via maris“ war die bedeutendste Handesstrasse schlechthin,  sie verband Ägypten mit Mesopotamien, Griechenland und Rom auf dem Landweg.

Handelswege sind auch Kriegswege, aber…..

… meist wurde die „via maris“ in friedlicher Absicht genutzt, diente sie doch dem Handel zwischen den Ländern. Sie diente auch dem Informationsaustausch zwischen Menschen, Völker und Kontinenten.

Teile des Wissens verbreiteten sich so, neben dem Handel von Bewährtem

Ihr Verlauf vom Nil Delta über Gaza, Ashkelon, Ashdod, Caesarea, und von dort entweder über das Carmelgebirge und  Meggido nach Damaskus oder nach Norden weiter über Akko, Libanon und Syrien in die Türkei könnte heute noch eine Handelsroute sein.

Wenn nicht…

Ja, es hat sie tatsächlich gegeben, die Eisenbahnlinie Kairo – Istanbul, allerdings wurde sie auf Grund britischer Interventionen nie für den zivilen Verkehr freigegeben. Unser Eisenbahnnetz beschränkt sich daher auf ein nur wenige Hundert Kilometer langes Schienennetz, der derzeit südlichste Punkt ist Beersheva in der Negev, der nördlichste Nahariya kurz vor der Grenze zum Libanon.

Es sind nicht diese Karawanen von denen ich spreche, das ist augenscheinlich. Dieses langsame Voranschreiten, ein klares Ziel vor Augen, das gibt es so nicht mehr, die Entschleunigung, die Konzentration auf das Wesentliche wird heute oft als Zumutung empfunden. 

Informationen werden in Millisekunden durch das Netz getwittert, aufgenommen und ungefiltert weitergegeben. Aber wird die „Wahrheit“ wahrer, nur weil sie sich schnell und ungeprüft verbreiten kann? Oder finden wir hier, in den neuen Kommunikationsmedien vielleicht auch Grund und Ursache, dass leichtgläubige Gutmenschen dankbar alles aufnehmen, was sich in ihren virtuellen Hirnzellen sammelt? Und dass sie, schon so sehr auf den Status „Gutmensch“ programmiert, gar nicht mehr in der Lage sind, den Wahrheitsgehalt zu überprüfen?

Und so lese ich dann in Kommentaren von durchaus renommierten deutsch- aber auch englischsprachigen Tageszeitungen immer wieder scheinbare Belege dafür, dass Israel der Schurkenstaat per se ist.

„Der Staat, der das Völkerrecht permanent bricht, der 1,5 Millionen Menschen in  „das größte Freiluftghetto der Welt“ sperrt. Und dies selbstverständlich in absolut unakzeptablen Zuständen.  Der Staat, der es billigend in Kauf nimmt, dass ein nicht quantifizierbarer Teil der Bevölkerung in Gaza nicht an Übergewicht leidet, sondern ausgeprägte Hungerödeme aufweist. Dass Israel der Staat ist, der  Frauen an der Grenzen verbluten lassen, wenn sie notfallmäßig nach Israel transportiert werden müssten, um eine riskante Geburt dort fortzusetzen.“ (Leserkommentar aus der „Zeit“)

Und genau da sind wir wieder beim Thema der Karawane.

Nicht umsonst ist unsere Region die, wo die schönsten Märchen entstanden, Märchen aus 1000 und 1Nacht, nicht umsonst finden wir heute noch die Tradition der Märchenerzähler in Syrien . Märchen sind Texte, sind  Informationen, die den Karawanenwegen folgten.

Moderne Karawanen funktionieren anders: sie verfügen über GPS, WLAN, Satellitentelefone, sie sind bei marinetraffic.com oder vesseltracker.com jederzeit verfolgbar.

Sie können sich formieren, sich auflösen, sich neu formieren, sie sind ungeheuer flexibel.

Irgendwie ist es den Verantwortlichen auf dem Schiff(chen) gelungen, die Blockade vor Piräus zu durchbrechen. An Bord ist nichts, außer den Aktivisten. Sagt man.

Das scheint mir doch eher eine nette Familienyacht zu sein, die da versucht, Gaza zu erreichen.  Für das östliche Mittelmeer sind  1,00 – 1,10 m hohe Wellen angesagt, ich hoffe,  sie kommen da unbeschadet durch! Menschenschaden ist das Letzte, was wir brauchen!

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