Israel wurde 63. Ein Grund zum Feiern? Ein Grund zum Feiern!

Aber zuerst einen Gruß über das „mare nostrum“ und den Atlantik nach Amerika zum 235. Geburtstag! Den Altersunterschied werden wir nie aufholen können…

Feiertage in Israel haben etwas Eigenes. Sie beginnen bei Sonnenuntergang am „Vortag“ und dauern bis zum Einbruch der Dunkelheit am „Folgetag“. Und sie sind selten Anlass zu überschäumender Freude.

Am 09. Mai 2011 beging unser noch recht junge Staat seinen wichtigsten Feiertag, aber auch den, der mich am meisten beeindruckt.

Der Tag davor, der 08. Mai, war der Tag, an dem wir alljährlich der Terroropfer und der gefallenen Soldaten gedenken. Eingeleitet wird er gegen 20:00 des Vorabends, wenn im ganzen Land die Sirenen heulen, so wie schon eine Woche zuvor am Tag des Shoa Gedenkens. Und wie nochmals am folgenden  Vormittag.

Israel steht still, für jeweils eine Minute reduziert sich unser Leben auf die Erinnerung.

Für mich bedeutet das, Bilanz zu ziehen über das, was in den letzten Tagen, Monaten und Jahren geschah.

Ich habe mit Schrecken wahrgenommen, wie antiisraelisch, antijüdisch und antizionistisch die Weltpresse auf uns reagiert. Vorkommnisse wie „casted lead“ und „Mavi Marmara“ haben sicher nicht dazu beigetragen, dass Israel als Friedenstaube wahrgenommen wurde. Und die immer noch nicht zu einem positiven Ende gekommenen Friedensverhandlungen werden von der Welt so wahrgenommen, als trüge Israel daran die Alleinschuld.

Aber haben wir diese  geballte Front an Hass verdient? Wird das medial geprägte Fremdbild „Israel“ nicht verzerrt durch die Mitleid erregenden Bilder, manipulierenden Bilder aus Gaza?

Ich habe, um mir ein Bild von den Opferzahlen auf unserer Seite zu machen, die Nachrichten durchforstet und bin zu einer erschreckenden Zahl gekommen: seit 1966 wurden in Israel (ohne Angriffe der Hisbollah und ihrer Freunde) mindestens 756 Anschläge verübt, bei denen zumindest 2545 Menschen getötet und 8896 verletzt wurden.

Im Jahr 2010 wurde auch eine Freundin Opfer des Terrors, sie wurde bei Beit Shemesh grausam ermordet.

Wie die Zukunft aussehen wird, wissen wir alle noch nicht, die Welt richtet sich derzeit darauf ein, Israel zu delegitimieren, unsere Regierung scheint angesichts der Yasmin Revolution und anderer revolutionärer Winde in der Levante und im Maghreb paralysiert zu sein. So zumindest werden wir derzeit wahrgenommen.

Warum mich dieser Feiertag (trotzdem) beeindruckt?

Am Montagabend, bei Einbruch der Dunkelheit, wurde quasi der Schalter umgelegt, die Fahnen wurden von Halbmast nach oben gezogen. Jetzt durfte gefeiert werden, die Bühnen in Jerusalem und in allen anderen  Orten wurden freigegeben für die Geburtstagsparty:

Happy birthday Israel, ja wir durften feiern, wir wollen immer wieder feiern! Wir wollen und werden uns in der Vielfalt unserer Ethnien zeigen, auf der Bühne werden alle versammelt sein, die die Vielfalt unseres Volkes ausmachen. Es sind diese Momente der Unbeschwertheit, die uns das Schwierige und Belastende der Geschichte für wenige Stunden vergessen lassen.

Die Welt hat an diesem Abend nicht nach Israel geschaut, unser Unabhängigkeitstag wird nicht so prachtvoll inszeniert wie in anderen Ländern. Aber wir setzen immer wieder  ein ganz starkes Zeichen.

Israel ist ein stolzes, kleines Land und wir wollen, dass das auch so bleibt!

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