Wie viele Leben kostet ein Leben?

Heute vor genau fünf Jahren  wurde Gilad Shalit entführt und seit fast zwei Jahren gibt es kein Lebenszeichen von ihm. Gilad stand knapp vor seinem 20.Geburtstag, als er am 25.Juni 2006 in der Nähe von Kerem Shalom auf israelischem Staatsgebiet von Palästinensern entführt, und in den Gaza Streifen verschleppt wurde.Zynischerweise ist Kerem Shalom genau der Ort, an dem die täglichen LKW Lieferungen von Israel nach Gaza abgefertigt werden.
Wer unterstützt die Forderung nach der Freilassung von Gilad?

Hamas und Israel diskutieren über den Preis, der bei der Hamas möglichst hoch ist und die Liste der Freizulassenden gespickt mit  Namen von Schwerstverbrechern und Top Terroristen ist. Israel zeigt sich über die Zahl der Freizulassenden grundsätzlich nicht erstaunt, möchte aber eher Kleinkriminelle freilassen.

Wie viele Leben kostet ein Leben?

Ohne jetzt die Menschenrechte, die Genfer Konventionen und andere wohlmeinende Schriftsätze zu bemühen: haben nicht Eltern einen Anspruch darauf, zu wissen, ob ihr Sohn noch lebt? Haben nicht Freunde einen Anspruch darauf, zu wissen, ob sie noch Hoffnung haben dürfen, ob es Sinn macht, bei jedem Fest an Gilad zu erinnern, der nicht bei ihnen ist? Haben nicht die Soldaten in Israel einen Anspruch darauf, sicher sein zu können, dass sie, egal, was passiert, nicht im Stich gelassen werden?
Kann Gilad sich darauf verlassen, oder wird er das Schicksal von  Ron Arad teilen, der 1986 über dem Libanon abstürzte und erst 2006 von Nasrallah für tot erklärt wurde, der auch „mitteilte“, die Überreste seien „verloren gegangen“. Oder wird er das Schicksal von Ehud Goldwasser und Eldad Regev teilen, deren Gefangennahme den Libanonkrieg 2006 auslöste. Ihre Leichen wurden  im Juli 2008 im Austausch gegen vier libanesische Kriegsgefangene an Israel zurückgegeben. Unser Land erstarrte im Schock, als die Lastwagentüren den Blick auf zwei Särge freigaben. Und auf der anderen Seite der Grenze tanzten die Menschen in Beirut. Samir Kuntar, einer der Ausgetauschten, ein mehrfacher Mörder, wurde gefeiert wie ein Held.

Dass Gilad noch lebt, wurde uns zuletzt im Herbst 2009 gezeigt, als ein Video veröffentlicht wurde, dass ihn in relativ gutem Zustand zeigte.
Doch seither herrscht Schweigen.
Hamas lehnte gerade erst vehement eine Aufforderung des Roten  Kreuzes ab, wenn schon nicht die Familie, dann wenigstens Mitglieder des Roten Kreuzes zu Gilad zu lassen.  Statt einer positiven Antwort wurden neue Videos eines fiktiv gealterten Gilad gezeigt und eine Pressemeldung wurde lanciert, man wolle nun eine israelische Soldatin entführen, um ihm einen Gefallen zu tun.
Der Zynismus und die Menschenverachtung kennen keine Grenzen mehr.
Wie lange die Shalit Familie noch in Jerusalem vor dem Wohnhaus von PM Netanyahu wird campieren müssen, keiner weiß es. Mittlerweile ist ihre „Gnadenfrist“ abgelaufen, sie müssen für Wasser und Strom zahlen.

Für etwas, was ihr Sohn derzeit sicher nicht hat.

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