Marvi Marmara, oder „Friedensflotilla II“

Am 29. Mai 2010 schrieb ich in den Blog eines Freundes angesichts des bevorstehenden Eintreffens der „Friedensflotilla I“ folgenden Kommentar:

Shalom Uri
nachdem ich davon ausgehe, dass die in die Aktion verstrickten GM auch Menschlein ab dem frühesten Kindesalter dabei haben (damit sie schon so früh als möglich lernen, wer „Feind“ und wer „Freund“ ist) hoffe ich, dass die Nacht ohne Drama vorbei geht.
Sollten allerdings ausschliesslich eigenberechtigte und selbstverantwortliche Menschen an Bord sein, dann wünsche ich ihnen einfach nur „Happy landing!“

Shavua tov!
29. Mai 2010 22:51“

Ich fuhr am Tag darauf mit meinem Mann nach Jerusalem, um dort einige Tage zu geniessen. Wie uns dann die dramatischen Ereignisse überrollten, und um wie viel schlimmer noch als befürchtet  Alles kommen sollte, wusste ich da noch nicht.

Am Ende der dramatischen Stunden wurden die Opferzahlen bekanntgegeben: 9 türkische Bürger wurden getötet, es gab mehr als 40 Verletzte auf Seiten der Aktivisten und 7 verletzte Israelis.

Und Israel war für die Welt wieder die Ausgeburt des Bösen!

Die Opferzahlen liefen über die Ticker und legten ein Zeugnis über die „Bösartigkeit“ der Israelis ab, die auf „wehrlose Friedensaktivisten“ geschossen hatten. Ohne Rücksicht darauf, dass die Aktivisten ihre einfachsten „Waffen“  quasi an Bord gefunden hatten, die doch von erstaunlicher Präzision waren….

Leider versagte die israelische PR völlig. Während die Aktivisten blitzschnell ihre Bilder und Filme ins Netz stellten, übten wir uns in Zurückhaltung. Und so hatte sich in den Köpfen der Menschen weltweit schon das Bild des prügelnden und schiessenden Israeli eingeprägt, der auf scheinbar wehrlose, unbewaffnete Menschen losgeht. Dem Feindbild Israel war ein neues hinzugefügt worden.

Was half es dann noch, dass Tage später klar wurde, dass es nicht so gewesen war? Dass unsere Soldaten, um eine Auseinandersetzung zu verhindern, zunächst nur mit paintballs „bewaffnet“ waren und  erst die zweite Gruppe, die der ersten zu Hilfe kam, scharfe Munition dabei hatte?

Was halfen die Bilder, die zeigten, wie brutal die „Friedensaktivisten“ auf unbewaffnete Israelis losgingen?

Es waren die Bilder der betenden, skypenden und schreibenden  Aktivisten, die um die Welt gingen  – ein Bild des Friedens auf einem „Friedensschiff“.

Und nun kommt also die zweite Flotilla.

Israel hat die Türkei gebeten, sie zu stoppen, auch Amerika versucht einzulenken. Wahrscheinlich ohne Erfolg.

Und ich muss wieder sagen, hoffentlich sind keine Kinder an Bord, hoffentlich sind es nur Erwachsene. Diesmal werden wohl keine paintballs mehr zum Einsatz kommen. 

Ich hoffe aber, dass UNO Beobachter auf beiden Seiten dabei sein werden. Vielleicht hilft das, die Objektivität zu erhöhen.

Wer auch immer die Gaza Flotilla finanziert, er möge daran denken: alle humanitären und lebensnotwendigen Güter werden ohne Probleme auch auf dem Landweg transportiert – warum ist diese Provokation also notwendig?

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