Dum spiramus – speramus?

Am vergangenen Mittwoch  heulten  hier in Israel wieder einmal die Sirenen, nicht im klagenden Ton von Yom haShoa und Yom haSikaron, sondern im Auf und  Ab eines drohenden, realen  Alarms.

Die Vorgabe: Israel wird von verschiedenen Orten aus angegriffen, die Angriffe dauern schon einige Tage, die Bedrohung ist eine ernst zu nehmende, es gibt bereits zahlreiche Opfer.

Das war das Szenario, das in den Tagen zuvor bereits geprobt wurde. Alle Streitkräfte waren involviert, an einigen kritischen Orten im Land wurden spezielle Übungen durchgeführt, die Sicherung von besonders gefährdeten Einrichtungen stand im Mittelpunkt.
Auch Einsätze nach Terroranschlägen wurden geprobt, zu deutlich ist noch die Erinnerung an den Schulbus in der Negev, bei dem es nur einem glücklichen Zufall zu verdanken war, dass es „nur“  einen Toten gab.

Das Kabinett trat zu einer Krisensitzung in einem Bunker in der judäischen Wüste zusammen. Der Ort wurde selbstverständlich geheimgehalten.

Wir haben uns entsprechend vorbereitet, waren wir mit dem Auto unterwegs, sollten wir stoppen und uns, sofern kein schützender Bunker in der Nähe war, zumindest flach auf den  Boden legen, bis die Entwarnung kam. Waren wir gerade – was ich erfolgreich vermeiden konnte – in einem Einkaufszentrum, Bahnhof, Post oder einem anderen öffentlichen Gebäude, mussten  wir kollektiv einen Gemeinschaftsbunker aufsuchen. Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Altersheime, … auch hier musste jeder, der im Haus war, an sichere Orte gebracht werden.  Bei Schulen und Universitäten kein großes Problem, aber in Krankenhäusern und Altersheimen? In diesem Bereich macht die Übung wirklich Sinn, wenn im Ernstfall nicht alles perfekt klappt, sind Tausende  gefährdet.
Es gelang mir, daheim zu sein, den Hund zu beruhigen und mich mit ihm in den Schutzraum zu verziehen, bis der Alarm vorbei war.
Selbstverständlich habe ich auch das Radio und das TV eingeschaltet, um zu erfahren, was als Nächstes zu tun war.
Und ich habe, so wie in den Jahren zuvor, daran denken müssen, unseren Luftfilter gegen ABC Angriffe überprüfen zu lassen und endlich die Lieferung der schon lange schon bestellten Gasmasken zu urgieren.

Ja und dann war nach jeweils 10 Minuten wieder alles vorbei.

Alle atmen auf, jeder fühlt sich wieder sicher bis zur nächsten Übung. Alle gehen wieder ihren normalen Geschäften nach.
Sicher?
Ein ganz klein wenig sicherer machten mich am Abend einige Meldungen: 

PM Netanyahu hat PM Erdogan einen Brief geschrieben, und das nach 13 Monaten eisigen Schweigens. Nicht nur, dass er ihm zum Ausgang der Wahl  gratuliert, nein, er wünscht für beide Staaten auch eine Erneuerung der eingefrorenen Beziehungen.
Dürfen wir hoffen?
Netanyahu deutete den Wunsch nach und die Notwendigkeit zu einer Zwei Staaten Lösung an….

Dürfen wir hoffen?
Und dann noch:  Barak wünscht sich, uns und allen Beteiligten, dass wir an den Verhandlungstisch zurückkehren. Ist die Türe, die Viele so gerne schon geschlossen gesehen hätten, doch noch offen?

Dürfen wir hoffen?

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